Wenn man mit den täglichen Verhaltensmustern der Haie nicht vertraut ist, kann es einem fast unbegreiflich sein, wie man sich einem Hai nur freiwillig nähern kann. Jede Woche machen unsere Gäste aber genau das! In den Exumas haben die Menschen mit Haien seit dem Jahre 1992 ohne irgendwelche Vorfälle getaucht. Mit Ausnahme derjenigen, die versuchten, nach einem Hai zu greifen, ihn zu berühren, die mit Speeren fischten oder die Haie mit der Hand füttern wollten, ist bislang noch niemand von einem Hai gebissen worden. Damit unsere Hai-Tauchgänge für unsere Gäste und die Besatzungsmitglieder sicher sind, lassen wir einen gefrorenen Köder herunter, so dass keine Menschen in Nähe der Nahrung geraten. Die meisten Haie, denen auf Sie werden auf unseren Tauchgängen hauptsächlich den karibischen Riffhaien sowie auch Ammenhaien begegnen. Herr Tom Wilson aus Sandy, Utah (USA) hat das Video (rechts) aufgenommen, damit Sie sich eine Vorstellung von einem Tauchgang mit Haien machen können. Erleben Sie jetzt einen Hai-Tauchgang:

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Haie sind stark vom Menschen bedroht, obwohl sie nur selten Menschen angreifen. Die Haipopulation ist wegen dem Menschen stark zurückgegangen. Die Nachfrage aus Asien nach Haiflossen für die traditionelle Haisuppe hat leider zum Schlachten vieler Haie geführt. Der Fischer entfernt die Flossen und entsorgt den Rest des Haikörpers. Ein normaler Hai braucht ca. 3 – 4 Jahre zum Erreichen der Geschlechtsreife. Das Weibchen wird dann trächtig und wirft 1 – 4 Junge, wovon kaum mehr als 25% die Geschlechtsreife erreichen. Falls nichts zum Schutz der Haie unternommen werden sollte, kann deren Rückgang u.U. nicht mehr rückgängig gemacht werden. (Die Hai-Fütterungstauchgänge in den Bahamas haben dazu beigetragen, dass die Bedrohung erkannt wird, denen die Haie heutzutage ausgesetzt sind.) Vor einigen Jahren, nachdem ein einziger Fischer mehr als 50 Haie getötet hatte, verabschiedeten die Bahamas ein Gesetz, das dieses Verfahren verbietet. Vor kurzem hat die Bahamische Regierung Bereiche um viele der Fütterungsstellen abgezäunt, in denen das Fischen nicht mehr erlaubt wird.

Auflistung verschiedener Haie
Ein Rückblick auf die Geschichte zeigt, dass die Haie die Gegend verließen, als der Sporttaucher auftauchte. Die Bläschen der Regulierapparate machten ihnen Angst. Seitdem haben sich aber viele Haie in den Bahamas an die Bläschen gewöhnt, wurden Tauchern gegenüber aber nicht aggressiver. Ihre Chance, einen Hai während eines Nicht-Hai-Tauchgangs zu sichten, haben sich mittlerweile stark erhöht. Anstelle mehrere Hundert Fuß von Ihnen entfernt in eine andere Richtung zu schwimmen, schwimmen sie einfach wie geplant weiter, so dass man sie relativ oft zu sehen bekommt. Hier ist eine Auflistung von Haien, die auf unseren Reisen gesichtet wurden:

Karibischer Riffhai (Carcharhinus perezi)
Sie sind die weit verbreitesten Haie, die entlang der Küste schwimmen. Während unserer Hai-Tauchgänge füttern wir diesen Hai am häufigsten.

Die Körperlänge dieses Hais liegt zwischen 5’ bis 8’ und kann sogar 10’ erreichen.

Ihre Flossenspitzen und der untere Schwanzlappen sind dunkel. Der Schwarzspitzen-Hai hat ebenfalls dunkle Spitzen, jedoch sind seine hinteren Flossen blass bis weiss.

Die erste Rückenflosse ist relativ klein und fängt hinter den Brustflossen an.

Man kennt nur wenig über die Biologie des karibischen Riffhais. Die Weibchen werfen 4 bis 6 Junge pro Wurf.

Dieser Hai ernährt sich hauptsächlich von Fischen.

Ammenhai (Ginglymostoma cirratum)
Tagsüber schlafen sie meistens unter den Riffen. Sie sind einige der wenigen Haie, die sich selbst in den Schwanz beißen können. Da sie so harmlos aussehen versuchten verschiedene Taucher, sie am Schwanz zu packen, woraufhin der Ammenhai seinen Peiniger natürlich biss. Deswegen haben die meisten Haiangriffe mit Ammenhaien zu tun. Glücklicherweise hat er nur ganz kleine Zähne, und seine Bisse rufen selten ernste Verletzungen hervor. Während unserer Hai-Tauchgänge kuscheln sich die Haie gern ganz harmlos an den Taucher an.

Ihre Körpergröße liegt zwischen 5’ bis 9’. Die größten Ammenhaie sind 14’ lang. Sie haben zwei Barben auf der Oberlippe. Ihre beiden Rückenflossen sind ungefähr gleich groß und liegen ziemlich weit hinten und sie verfügen über keinen deutlichen Schwanzlappen.

Dieser Hai ernährt sich hauptsächlich nachts von auf dem Meeresboden schwimmenden Wirbellosen, wie beispielsweise Hummer und andere Schalentiere.

Die Paarung findet im Frühling statt. Während dieser Zeit schwimmt das Weibchen in flache Gewässer, um eine Paarung mit unerwünschten Männchen zu vermeiden. Das Männchen beisst in ihre Brustflossen und versucht sie zur Paarung in tiefere Gewässer zu ziehen. Sollte sie das Männchen als begehrenswert empfinden, gibt sie nach. Es gibt mehrere Stellen in den Exumas, wo sich die Ammenhaie paaren.

Seidenhai (Carcharhinus falciformis)
Während der Sommermonate kann man oft junge Seidenhaie im Blauen Loch und der in Nähe der Küste schwimmenden Boje sichten. Sie verlassen diese zwei Stellen im Herbst, und es ist nicht bekannt, wohin sie danach schwimmen. Man trifft den Seidenhai normalerweise auf offener See an. Die Weibchen erreichen ihre Geschlechtsreife, wenn sie 7’ lang sind. Sie werfen ca. 6 bis 14 Junge.

Die erwachsenen Seidenhaie sind zwischen 5’ und 7’, und die längsten Haie 10’ lang. Die von uns gesichteten Haie sind normalerweise 2’ bis 3’ lang. Ihre erste Rückenflosse ist relativ klein und abgerundet und fängt hinter den Brustflossen an. Ihre Rückenflosse ist klein und hat eine lange Hinterkante.

Indopazifischer Hammerhai (Sphyma lewini)
Unsere Gäste bekommen gelegentlich auch den indopazifischen Hammerhai zu sehen, der über den Riffen entlang der Wände schwimmt. Das sehr ungewöhnliche Video rechts wurde während einem unserer Hai-Tauchgänge aufgenommen. Die Weibchen werfen zwischen 15 und 30 17" bis 22" große Junge.

Der erwachsene Hammerhai ist zwischen 5’ bis 9’ lang, kann aber bis zu 14’ groß werden. Die Vorderkante des Hammers sieht ausgebogen aus. Die Innenspitze der Brustflossen sind dunkel.

Walhai (Rhincodon typus)
Man trifft Walhaie nur im Winter an. In manchen Wintern sehen wir überhaupt keine und in anderen sehen wir sie fast jede Woche. Der Walhai ist der größte Fisch der Welt. Diese sanften Tiere haben nichts dagegen, wenn man sich ihnen nähert. Obwohl meistens angenommen wird, dass der Walhai sich nur von Plankton ernährt, ernähren sie sich jedoch auch von Fischen, die sogar so groß wie Tunfische sein können. Wir haben dieses Verhalten vor kurzem beobachten können, als das Maul eines Walhais über der Oberfläche inmitten eines Schwarms fressender Tunfische erschien. Sein Körper befand sich dabei senkrecht zur Oberfläche, und sein Schwanz war geradeaus nach unten gerichtet. In dieser Stellung wartete er einfach solange, bis die Tunfische ihm ins Maul sprangen.

Walhaie sind zwischen 20’ bis 45’ groß. Die Größten unter ihnen sind 55’ lang. Sie sind mit vielen großen weißen Hautflecken bedeckt. Die Weibchen werfen bis zu mehrere Hundert lebender Jungen.

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Zitronenhai (Negaprion brevirostris)
Zitronenhaie werfen ihre Junge in mehreren Gegenden der Bahamas sowie auch bei den Exumas. Die jungen Zitronenhaie halten sich in flachen Gewässern um Mangroven und in den Grasbetten herum auf, bis sie ca. 5’ lang sind, und sie schwimmen jeden Tag denselben Weg entlang. Bis vor kurzem schwammen zwei Zitronenhaie jeden Tag am Sitz des Parks zur selben Zeit vorbei. Sie können auch in den Bächen von Shroud Cay gesichtet werden.

Zitronenhaie sind generell 5’ bis 8’ lang, und können aber bis zu 11’ groß werden. Ihre zweite Rückenflosse ist fast genauso groß wie die erste. Sie haben kurze, stumpfe abgerundete Schnauzen, und ernähren sich von Fischen mit Gräten, Rochen, Schalentieren und Weichtieren. Die Weibchen erlangen ihre Geschlechtsreife, wenn sie 8’ lang sind. Sie paaren im Frühling und Sommer, und werfen ein Jahr später ca. 4 bis 17 lebende Jungen.

Atlantischer Spitzmaulhai (Rhizoprionodon terraenovae)
Der Spitzmaulhai ist sehr scheu und lebt in den flachen Küstengewässern. Sollten Sie das Glück haben, einen dieser Haie zu sichten, schwimmt er höchstwahrscheinlich schnell wieder weg. Er wird gewöhnlich zur Beute der größeren Haie.

Der Spitzmaulhai wird 2’ bis 3’ lang, und der längste unter ihnen ist 3’ groß. Er hat eine lange flache Schnauze. Die zweite Rückenflosse fängt über der Mitte der Hinterflosse an, und ist wesentlich kleiner als die erste. Der erwachsene Hai hat normalerweise ein paar vereinzelte Flecken auf seinem Rücken. Die Tragzeit liegt zwischen 10 und 11 Monaten, und das Weibchen wirft zwischen 2 bis 6 Junge, die ca. 1’ lang sind. Sie ernähren sich von kleinen Fischen und wirbellosen Tieren, wie beispielsweise Garnelen und Schnecken.

Tigerhai (Galeocerdo cuvier)
Obwohl der Tigerhai als einer der gefährlichsten Haie angesehen wird, schwimmen sie normalerweise von Tauchern weg. Wir haben sie nur ein paar Mal in der Ferne sichten können.

Der Tigerhai ist zwischen 7’ bis 12’ lang, und die größten unter ihnen werden 24’ lang. Ihre Lebensdauer beträgt ca. 50 Jahre. Sie haben dunkle Flecken auf ihrem Körper. Der Tigerhai frisst fast alles. Seine normale Nahrung umfasst Schildkröten, Haie und Seevögel. Man nennt ihn die Mülltone des Meeres, denn man hat man schon Folgendes in seinem Magen gefunden: KFZ-Schilder, Gras, Fliesen, Pappe, Seile, Schuhe, Tonnen, Blechdosen, Flaschen und eine Pillendose. Das Weibchen wirft zwischen 12 und 80 Junge nach einer 12-monatigen Tragzeit.

Rochen
Viele Menschen wissen nicht, dass der Rochen zur Haifamilie gehört. Wir sehen normalerweise drei verschiedene Rochenarten: der gefleckte Adlerrochen (Aetobatus narinari), den südl. Stechrochen (Dasyatis americana), und den gelben Stechrochen (Urolophus jamaicensis). Der große Teufelsrochen (Manta birostris) konnte nur von einigen wenigen Glückspilzen gesichtet werden, denn er kommt in den Bahamas nur sehr selten vor.


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